Vorbemerkung: der Leserbrief und auch der Flyer der Bfl-Schierling  ("Schierlinger Haushaltsplan lässt vieles im Dunkeln" vom 14. Juni 2015) wurden veröffentlicht, bevor der Verkauf von 140 ha Gewerbefläche am Birlbaum (und darüber hinaus) an die Firma Holmer bekannt wurde. Was dieser große Grundstückskauf für Schierling bedeutet, lässt sich schwer abschätzen. Klar ist, dass sich unsere hohe Pro-Kopf-Verschuldung dadurch wieder senkt. Da wir aber nichts über den Kaufpreis und die weiteren Kosten, die dadurch möglicherweise auf die Gemeinde zukommen, wissen, ist eine Kosten-Nutzen-Abschätzung nicht möglich. Nach wie vor ist Transparenz Fehlanzeige.

Leserbrief zum Bericht über die letzte Gemeinderatssitzung in der Laber-Zeitung vom 11. Juli:

Nur Fakten zählen

Hubert Werkmann, Bfl-Schierling

Über den mündlichen Antrag der Marktgemeinderätin der SPD, Madlen Melzer, die den Gemeindehaushalt betreffenden Teile des jüngsten Bfl-Flugblattes in der nächsten Sitzung zu besprechen, reagierte der Bürgermeister ablehnend. Es könne sich jeder Gemeinderat ja aus erster Hand bei Kämmerer Adolf Wallner darüber informieren. Offensichtlich will der Bürgermeister nicht über unangenehme Fakten diskutieren:

Fakt 1:

Der Bauhof erwirtschaftet im Jahre 2013 für den Markt Schierling 475000 Euro. Das ist verständlich. Nicht verständlich ist, dass sich im Haushalt nirgends interne Verrechnungen finden lassen, die die 475000 Euro Einnahmen erklären könnten.

Fakt 2:

(siehe hierzu die Vorbemerkung)

Der Markt Schierling hat 5,5 Millionen Euro Schulden. Seit der erstmaligen Veröffentlichung der Bilanz des Kommunalunternehmens des Marktes Schierling (K-MS) für 2013, weiß man, dass das K-MS bis Ende 2013 6,8 Millionen Euro Schulden angesammelt hat. Für diese Schulden haftet die gesamte Gemeinde mit all ihren Bürgern, was sich darin äußert, dass sich unsere Pro-Kopf-Verschuldung auf 1665 Euro erhöht hat. Das ist verständlich. Nicht verständlich ist der Versuch des Bürgermeisters, die hohe Verschuldung durch den Vergleich mit einem privaten Häuslebauer zu verharmlosen. Beim Häuslebauer wird peinlich genau der entstehende Gegenwert für die Beleihung ermittelt, bei der öffentlichen Hand, wie dem K-MS, dagegen nicht.

Fakt 3:

Ende April dieses Jahres bedankte sich der Bürgermeister in seiner Haushaltsrede bei den Mitarbeitern in der Verwaltung herzlichst für ihre Leistungen, die sie beim Verkauf der Bauplätze „Am Regensburger Weg“ für das K-MS erbracht haben. Laut KU-Verordnung §13 müssen Leistungen der Verwaltung für das Kommunalunternehmen vom K-MS an die Verwaltung bezahlt werden. Das ist verständlich. Nicht verständlich ist, dass man im Haushalt nach diesen Zahlungen vergeblich sucht. Lässt sich das K-MS seine Ausgaben von der Allgemeinheit bezahlen?

Es gäbe vieles zu besprechen und es stellt sich die Frage, warum sich der Bürgermeister dem verweigert.

---------------------------------------------------------------------

Bericht zur Gemeinderatssitzung vom 7.7.2015, Allgemeine Laber-Zeitung vom 11.7.2015:

Bericht in der Allgemeinen Laberzeitung über die Gemeinderatssitzung vom 7.7.2015