Einvernehmliche Lösungen?

Leserbrief von Frau Dr. Uschi Grandel (Allgemeine Laberzeitung, 8.5.2015)

Beim Lesen Ihres Artikels „Neuer Lkw für Bauhof kostet 240000 Euro“ vom 5. Mai 2015 über den zweiten Teil der Gemeinderatssitzung vom 28. April 2015 (über den Haushalts- und Investitionsplan haben Sie ja gesondert berichtet) gewinnt man den Eindruck einer professionellen Sitzung ohne besondere Vorkommnisse. Das war leider nicht der Fall. Bis in den Gang hinaus saßen wir Zuschauer dicht gedrängt, weil es zu Themen, die die Anwohner des Lindacher Wegs, Bürger aus Pinkofen und Eggmühl betrafen, kritische Nachfragen der Bürger gab.

Anwohner des Lindacher Wegs hatten sich mit der Bitte um die Aufnahme einer Lärmschutzmauer in den Bebauungsplan für das Gewerbebiet „An der Frühaufstrasse II“ an die Gemeinderäte gewandt. Die kleinen Sofortmaßnahmen, die die Gemeinde eingeleitet hat, haben Sie berichtet. Die gewünschte Lärmschutzmauer war nicht einmal Gegenstand der Diskussion. Stattdessen lenkte der Bürgermeister die Diskussion weg von den Möglichkeiten, die die Gemeinde hätte, in Richtung Verantwortung der Unternehmen und versprach spätere Lärmmessungen mit Beteiligung der Bürger.

Auch bezüglich des geplanten Funkmastes in Eggmühl agierte Herr Kiendl in gleicher Weise. Die endgültige Entscheidung läge ja leider nicht bei der Gemeinde, sondern beim Landratsamt. Auf den aus meiner Sicht vernünftigen Vorschlag des Marktgemeinderats Dr. Kindler, man könne ja als Gemeinde proaktiv einen oder mehrere Standort auswählen und vorschlagen, reagierte der Bürgermeister ablehnend.

Man gewinnt den Eindruck, es gehe mehr um das Schwarze Peter Spiel als um eine echte Lösung des Problems. Auch die Pinkofener konnten mit der Diskussion im Gemeinderat nicht wirklich zufrieden sein. Viele plagt der Verdacht, die Gemeinde habe sich schon in Richtung einer teuren Sanierung des alten Schulhauses festgelegt, obwohl viele am Ort lieber einen Neubau hätten. Das hatten die Freien Wähler auch durch eine Unterschriftensammlung belegt. Für so eine basisdemokratische Unverschämtheit wurden sie vom Bürgermeister in der Sitzung in rüdem Ton kritisiert. Die betroffenen Gemeinderäte und auch wir Bürgerinnen und Bürger sollten uns dadurch nicht einschüchtern lassen.