„Müssen jetzt halt damit leben“

Anwohner mit Situation um das alte Schulhaus nicht glücklich

Sebastian Brückl, Allgemeine Laberzeitung vom 8.5.2015

Schierling. „Den Rechtsstreit hätte es nicht gebraucht“, sagt Karl Amann. Etwa eineinhalb Jahre hat sich die Auseinandersetzung um das Nebengebäude des alten Schulhauses hingezogen. Einen ganzen Aktenordner mit Schriftverkehr und Dokumenten holt der Anwohner hervor. Das Verhalten der Marktgemeinde in diesem Fall kann Amann nicht nachvollziehen.

Schon während der Bauzeit am alten Schulhaus am Hundsmarkt habe Amann sein Entgegenkommen gezeigt. So hätten zum Beispiel die Bauarbeiter aufgrund der beengten Verhältnisse am Hundsmarkt in seinem Hof parken können. Amann habe auch beim Verkauf des Grundstücks, auf dem das Nebengebäude gebaut werden soll, den Kontakt zwischen Gemeinde und
damaligen Besitzer hergestellt. Er beharrt darauf, dass ihm der Bürgermeister damals gesagt habe, dass dort nichts mehr hingebaut werde, auch wenn das Gemeindeoberhaupt dies inzwischen mehrmals bestritten hat.

Auf seine Kompromissvorschläge sei von Seiten der Gemeinde nicht eingegangen worden. Er habe versucht, den Konflikt ohne Gericht zu lösen. Aber erst als er über seinen Anwalt nachfragen ließ, habe er eine Antwort erhalten, vorher habe er wochenlang nichts mehr von der Marktgemeinde gehört. Er habe ein Walmdach vorgeschlagen, so dass nicht noch mehr Schatten auf sein Grundstück geworfen würde. Sein Vorschlag sei abgelehnt worden, da solche Dächer nur „bedeutende Gebäude“ haben sollten. Ein fadenscheiniger Grund, findet Amann, wenn man sich die vielen verschiedenen
Dachformen in der Ortsmitte ansehe. Die Mauer, von der der Markt nun sage, er habe sie sich gewünscht, sei völlig marode und bröckle auseinander. Amann habe lediglich daraufhingewiesen, dass es unsinnig sei, auf die marode Mauer draufzubauen. Ein Entgegenkommen, wie es Bürgermeister Kiendl formulierte, könne er nur schwerlich erkennen. Bei dem Vergleich, der vor dem Verwaltungsgericht geschlossen wurde, ist die Mauer an der Grundstücksgrenze jetzt zwei Meter hoch statt wie geplant 2,50 Meter und die Dachneigung wird um sieben Grad von 42 auf 35 geändert.

Amann fragt sich, warum die Marktgemeinde an der Größe des Gebäudes festhält, obwohl ja jetzt keine Schankanlage installiert wird. Es wäre doch billiger, das Lagerhaus kleiner zu bauen. Auch dass im alten Schulhaus Trauungen
stattfinden, habe der Markt im Vorfeld nicht gesagt, so Amann. Er habe zwar nichts dagegen, aber die Parkerei an der engen Straße, auch bei anderen Veranstaltungen, störe ihn doch sehr. Wenigstens sei jetzt „eine Ruh“, mit dem vor Gericht geschlossen Vergleich müsse er halt leben.

 


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