Offener Leserbrief der "Bürger gegen Industrielle (Groß) Biogasanlage in Schierling" (BGIB) veröffentlicht in der LZ am 31.07.2010

 

 

 

Bezugnehmend auf den Artikel vom 24. Juli 2010:

"Entscheidung in Sachen Biogas fällt im Herbst“

 

Überraschende Wende in Sachen Biogasanlage für Schierling

Bereits im Herbst 2009 wurde von den Verantwortlichen in der Marktgemeinde Schierling der Eindruck erweckt, dass das Thema Biogasanlage für Schierling ein für allemal erledigt sei. So hieß es damals z.B. von Seiten eines Gemeinderates (Zitat): „Für die Mehrheit der Gemeinderäte ist das Thema damit gestorben. Biogas wird nicht stattfinden, weil die Bürger dagegen sind.“ Plötzlich lesen die verdutzten Bürger in Schierling eine Aussage von Bürgermeister Kiendl als Schlagzeile in der örtlichen Presse: „Entscheidung in Sachen Biogas fällt im Herbst“. Haben der Bürgermeister und die Gemeinderäte vergessen, dass sich bereits im letzten Jahr 530 Bürger/innen aus der Gemeinde Schierling per Unterschrift gegen den Bau einer industriellen (Groß) Biogasanlage im Süden von Schierling ausgesprochen haben ?

Dabei ist inzwischen für eine breite Öffentlichkeit noch deutlicher geworden, welchen Irrweg der geplante, flächendeckende Bau von industriellen (Groß) Biogasanlagen darstellt. Selbst Bundespolitiker, welche dieses Konzept einst in bester Absicht beschlossen und auf dem Weg gebracht haben, stehen dieser Entwicklung inzwischen sehr kritisch, ja sogar mit Ablehnung und warnend gegenüber. Viele Fachleute haben bereits im Vorfeld auf die Risiken und Gefahren, nicht nur für Landschaft und Umwelt, hingewiesen. Nun da die ersten Biogasanlagen, von der Größenordnung wie sie hier in Schierling gebaut werden soll, in Betrieb sind, treten die Probleme, welche sich aus dem Betrieb der Anlagen für die Bevölkerung in deren Umfeld ergeben, deutlich zutage (Beispiel Aiterhofen und Mintraching). Fragt man heute die Bevölkerung rund um Aiterhofen und Mintraching, wie sie zu den dort gebauten Groß-Biogasanlagen steht, so wird man kaum jemanden finden, der darüber Positives zu berichten weiß. Steht eine solche Anlage erst einmal, entzieht sich ihre weitere Entwicklung dem Einfluss der Bevölkerung, ja sogar dem Einfluss der Gemeindeverwaltungen, wie in Mintraching geschehen.

Es ist sicher kein Zufall, dass von den 10 Groß-Biogasanlagen, welche für den Landkreis Regensburg vorgesehen waren, nur eine in Kallmünz gebaut werden konnte. Alle übrigen Anlagen wurden bereits in der Planungsphase von der jeweils betroffenen Bevölkerung und/oder den zuständigen Gemeindeverwaltungen abgelehnt. Auch in anderen Landkreisen ergibt sich ein ähnliches Bild der Ablehnung solcher Anlagen. Dies hat nichts mit Fortschrittfeindlichkeit oder mit Ablehnung des Bauernstandes zu tun. Angesichts der Probleme mit bestehenden Anlagen dieser Art, zeugt dies lediglich von vorausschauender Sensibilität bei der betroffenen Bevölkerung und Verantwortungsbewußtsein bei einigen Kommunalpolitikern.

Die Gründe dafür liegen in massiven Nachteilen für die Umwelt und großen Belastungen für die Bevölkerung, u.a. durch erhöhtes Verkehrsaufkommen. Von negativen Auswirkungen auf die Preise für landwirtschaftliche Pachtflächen, Futtermittel und letztlich auch für die Nahrungsmittelproduktion ganz abgesehen. Auch hier in Schierling konnte noch niemand von den Verantwortlichen in der Marktgemeinde die Frage beantworten. "Welchen Nutzen bringt eine Biogasanlage von der geplanten Größe, für die Bewohner in der Gemeinde?“ Die Nachteile, die daraus für die Bevölkerung von Schierling entstehen werden, sind jedoch vielfältig, gravierend und leicht vorhersehbar. Es würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen, sollten diese hier aufgezählt werden.

In den letzten Tagen haben sich erneut ca. 1000 Bürger/innen aus dem Bereich der Marktgemeinde Schierling, mit ihrer persönlichen Unterschrift, gegen den Bau einer industriellen (Groß) Biogasanlage im Marktbereich ausgesprochen. Viele von Ihnen waren, aufgrund der Aussagen von Bürgermeister und Gemeinderäten im letzten Jahr der Meinung, dass es hier keine derartige Anlage geben werde. Entsprechend überrascht und enttäuscht zeigten sich viele Unterzeichner über die erneuten Berichte und über die Kehrtwende bei den Verantwortlichen zu diesem Thema.

Ein Schelm der Böses dabei denkt!

 

Unterschrieben von:

Karin Philipp

Josef Walkhäusl

Hans-Jürgen Schuhmann

Gerlinde Schuhmann

Albert Lockermeier

Juliane Lockermeier

Elvira Kaiser

Hedwig Seidl

Ludwig Amann

Helmut Höglmeier

Maria Höglmeier

Michaela Höglmeier

Beatrix Haile-Niethammer

Torsten Krzywania

Josef Röhrl

Xaver Schmauser

Gerhard Brandl

Counter - Kostenlose Counter!
Ostsee Ferienhaus