Wie man Gewerbegebiete managt- zwei Fallbeispiele

Wie viele Hektar Fläche eine Gemeinde für Gewerbegebiete vorhält, variiert sehr stark, doch generell kann man feststellen, dass nicht die Gemeinde mit den meisten freien Flächen automatisch auch die interessantesten Betriebe und Investoren anzieht.

 

Beispiel Langquaid: Im Gewerbegebiet „Handwerkerhof“ verfügt man derzeit über 6 ha Gewerbeflächen. Diese sind inzwischen annähernd voll, also geht man nun, da ein konkreter Vertrag mit dem Unternehmen Albach vorliegt, an die Erweiterung. Diese wird so vonstatten gehen, dass man den Flächennutzungsplan fortschreibt und dann einen qualifizierten Bebauungsplan, einen Grünordnungsplan und einen Landschaftsplan entwickelt.

Die Entscheidung des Unternehmens Albach, dessen Teilhaber Alzinger übrigens ein gebürtiger Schierlinger ist, fiel zugunsten des Standorts Langquaid, obwohl die Fläche erst ausgewiesen werden muss.

 

Beispiel Schierling: Mit ca. 4 ha Gewerbegebiet in der Esper Au,  2 ha in Walkenstetten und 12 ha Am Birlbaum 1 verfügt man in Schierling über insgesamt 18 ha Gewerbeflächen, die komplett frei sind. Und trotzdem weist man noch zusätzlich 10 ha mit Bebauungsplan Am Birlbaum 3 aus, alles mit der Begründung, man müsse für zukünftige Interessenten gerüstet sein. Nicht zu vergessen sind hier auch die 5 ha im Anschluss an das Gewerbegebiet Fruehaufstrasse (Nähe neues Feuerwehrhaus), die durch den Flächennutzungsplan genehmigt sind und theoretisch auch noch zur Verfügung stünden, falls sich die Investoren in Schierling plötzlich die Klinke in die Hand geben sollten. Doch was nützt der dickste Ordner mit potenziellen Interessenten, wenn einer nach dem anderen trotz des Überangebots an freien Flächen nach Langquaid abwandert?  

Quelle: Beilage Wochenblatt (Langquaid) 31.07.2013