Zukunftskonferenz Schierling "Leben findet innen statt"

 

 

 

 

Ergebnisdokumentation zur Zukunftskonferenz Schierling vom 15./16.01.2010

 

 


Zukunftskonferenzteilnehmer haben ihre Hausaufgaben gemacht!

 

 

Bürgerinitiative "Bürger für ein l(i)ebenswertes Schierling" stellt ihre Vorstellungen zur künftigen Entwicklung in der Marktgemeinde und allgemeine Ideen zur weiteren Nutzung des MUNA-Geländes beim Bürgermeister vor!

 

Schierling:

Am  15./16. Januar 2010 erhielten alle Teilnehmer an der Schierlinger Zukunftskonferenz, die Ergebnisdokumentation zu dieser Konferenz, zusammen mit einem Schreiben des Ersten Bürgermeisters, Herrn Christian Kiendl. In diesem Schreiben fordert der Bürgermeister, die Bürgerinnen und Bürger von Schierling, zum wiederholten Male dazu auf, interessiert und aktiv am Geschehen in unserer Marktgemeinde teilzunehmen und mitzuarbeiten. Genau zu diesem Zeitpunkt folgten einige Mitglieder der Initative „Bürger für ein l(i)ebenswertes Schierling“ der Einladung des Bürgermeisters zu einem Treffen mit ihm.

Es waren dies: Frau Beatrix Haile-Niethammer, Herr Torsten Krzywania, Herr Josef Röhrl und Herr Franz Xaver Schmauser. Alle vier haben auch an der Zukunftskonferenz in Schierling teilgenommen.

Bei dem Treffen mit dem Bürgermeister, in dessen Büro, stellten sie Herrn Kiendl ihre eigenen Ergebnisse, Überlegungen und Wünsche, welche sie im Zusammenhang mit der möglichen Entwicklung unserer Heimatgemeinde erarbeitet haben, persönlich vor. Außerdem wurden Ideen und Vorschläge zur künftigen Nutzung des MUNA-Geländes vorgestellt, welche hauptsächlich aus den Reihen der  Vereine aus Schierling und Langquaid stammten.

Einer herzlichen Begrüßung seitens des Bürgermeisters und Herrn Fritz Wallners folgte ein beidseitiges vorsichtiges Beschnuppern des jeweiligen Gegenübers, was recht schnell eine Demagogenfreiheit auf beiden Seiten ergab und zwei Parteien erkennen ließ, welche beide bodenständige Interessen vertreten, für die es zu kämpfen lohnt und für die es sehr wohl eine große gemeinsame Schnittmenge gibt.

Als erstes legte Herr Krzywania eine lange Liste von Vorschlägen vor, welche Nutzung auf dem Gelände der ehemaligen MUNA in Zukunft denkbar ist. Alle vorgebrachten Vorschläge stammen aus einer schriftlichen Anfrage der Initiative  „Bürger für ein l(i)ebenswertes Schierling“ welche diese an die  Vereine von Schierling und Langquaid gerichtet hatte. Die Vorstände der Vereine wurden gebeten, ihre Vorstellungen zur künftigen Nutzung des MUNA-Geländes, zum Wohle und im Sinne der Schierlinger und Langquaider Bürgerinnen und Bürger, mitzuteilen. Das Echo auf diese Anfrage war enorm und die Liste mit den darin enthaltenen Vorschlägen, welche nun dem Bürgermeister vorgestellt wurden, war entsprechend lang. Hier können nur einige genannt werden, die Ihre Vorstellungen und Ideen zur künftigen MUNA-Nutzung mitgeteilt haben: Das waren u.a.:

TV-Schierling, Bayerisches Rotes Kreuz, RC-Modellbau Labertal, Regierung der Oberpfalz, BVDM-Sicherheitstraining, Verkehrswacht, AC-Schierling, Altenpflege, Schierlinger Bürger, Jäger und Imker, Rockbühne Schierling, eine Kindergärtnerin.

 

Als Ideen wurden u. a. eingebracht: Frühstückspension für Radfahrer und Sportgruppen, die das Gelände als Trainingslager nutzen, unter Einbeziehung sämtlicher Organisationen wie BLSV mit seinen Unterorganisationen. Eventuell Jugendherberge, Kiosk, Museum für Geschichte (Schlacht bei Eggmühl und 30-jähriger Krieg, Historie der Anlage, Gelübde), Mehrgenerationenhaus, Gebäude als Treffpunkt verschiedener Gruppen, Waldkindergarten, Lagerhallen, Unterstellmöglichkeiten für Firmen und Privatpersonen (Anmietung möglich), Bunker zur Nutzung durch Bands etc. oder Vermietung an Privatpersonen (z.B. RC-Modellbau Labertal ), Strassen und Grünanlagen zum Fahrertraining, Verkehrsübungsplatz, Fitnessparcours für Senioren und Sportgruppen, Kinderspielplatz, Obstwiese, Stellplatz für Wohnwägen und Zelte, Openair, Trainingslager, Radrundkurs, Freilicht- bzw. Autokino, Freilichtbühne, Hochseilpark, Tiergehege mit Wildfütterung, Streichelzoo, Gehege mit Rot-Damm- und Rehwild, Walkingwege, Fitnessgeräte für Senioren, Waldlehrpfad, Bienenstand, Badeteich, sofern der Untergrund dies zulässt, in Verbindung mit einem Biotop.

Diese Vorschläge wurden auch an viele Behörden, Institutionen und MdL’s und MdB’s verschickt, mit der Bitte um Unterstützung in der Umsetzung dieser Vorstellungen.

 

Herr Krzywania weist bei der Aussprache mit dem Bürgermeister ausdrücklich darauf hin, dass man kein ausgearbeitetes Konzept anbieten könne, was die Umsetzung all dieser Vorschläge betrifft und schlägt vor, dies doch in Form einer Diplom- bzw. Doktorarbeit z. B. an die TU München weiterzuleiten und dort ausarbeiten zu lassen. Herr Kiendl zeigte sich angetan von dieser Fülle von Ideen und sprach die Vorstellung aus, in dieser Form zusammenzubleiben, wenngleich das Kapitel MUNA, aus mehreren Gründen, ein sehr schwieriges Thema ist. Zum einen ist Schierling nicht Eigentümer der MUNA, zum anderen will der Bund als Eigentümer verständlicherweise möglichst viel Erlös durch den Verkauf des Geländes erzielen und die Interessen beider Parteien sind durchaus unterschiedlich. Laut Herrn Wallner hat Schierling es sich zum Ziel gesetzt, dem Gelände ein positives Image aufzusetzen und damit viele neue Arbeitsplätze zu verknüpfen, womit legitimerweise für die Gemeinde Schierling in Zukunft Einnahmen verbunden sein sollen. Beide – Herr Kiendl und Herr Wallner – versichern, dass entgegen den vielen Gerüchten, dass ohnehin bereits alles beschlossene Sache ist, alles im Flusse ist und dass die Gemeinde Schierling in viele Richtungen ihre  Möglichkeiten abklärt. So hat man natürlich auch schon daran gedacht, das Gelände selber zu kaufen, um damit eine mögliche, hochnotpeinliche Situation zu verhindern, dass ein Käufer des Geländes auf den Plan tritt, welcher der Gemeinde möglicherweise überhaupt nicht passt. Mit dem Kauf der Anlage wäre allerdings, wie mit dem seit vielen Jahren immer wieder angedachten Frei- bzw. Erlebnisbad, ein langfristiges Finanzierungsproblem verbunden. Um nun die, mit der weiteren Nutzung der MUNA verbundenen Probleme auf zwei Schultern zu verteilen, war man von Seiten der Marktgemeinde, am selben Tag beim Bürgermeister in Langquaid zu einem Gespräch, um sich darüber auf Gemeindeebene auszutauschen und zu beraten.

 

Dies war für Herrn Schmauser das Stichwort: Seiner Meinung wäre es schändlich, wenn man nicht in einer konzertierten Aktion Langquaid-Schierling mit einem 176 ha-Gelände etwas schaffen könne, wovon auch die 15000 Bürger profitieren und nicht nur Einzelpersonen ihren „Reibach“ machen könnten. Schließlich soll das "Spiel" im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gewonnen werden. Er schlägt deshalb in Fußballermanier vor, den Ball aktiv zu spielen und nicht auf Außenstehende zu warten. Damit brachte er auch die Möglichkeit zur Sprache, MUNA-Anteile auszugeben, die dann von Bürgern gekauft werden könnten, ähnlich wie bei den Solaranlagen. Herr Wallner sieht dies mit Skepsis, will doch jeder Investor, gerade auch der Private, verständlicherweise Gewinn daraus schöpfen. Nun können auch nach dem 11. Februar immer noch Angebote abgegeben werden und wieder versichert Herr Wallner, dass man sich wirklich Gedanken macht, was denn dem Bürger dient und trotzdem mit einem Betrieb mit 200 Arbeitsplätzen kombinierbar ist. Herr Röhrl erinnert daran, dass Freizeit und Arbeitsplatzbeschaffung sich längst nicht mehr ausschließen. Ganz im Gegenteil: mit Fantasie, Engangement und der Bereitschaft neue Wege zu gehen, lässt sich beides bestens und zum Wohle aller, miteinander verbinden.

 

Frau Haile-Niethammer bittet noch um unverfälschte Weitergabe dieser Informationen, durch die Vertreter der Marktgemeinde, an die Schierlinger Bürger. Sie habe es als irritierend empfunden, dass bereits drei Tage nach dem Ende der Zukunftskonferenz von Schierling, in der Laberzeitung die Entscheidung für die Renovierung des ältesten Schulhauses, der Öffentlichkeit bekanntgegeben wurde. Im selben Artikel wurden auch die Jesuitenmeile und die Jesuitenkammer als Zukunftskonferenzpunkte angesprochen, obwohl diese beiden Punkte bei der Zukunftskonferenz zu keinem Zeitpunkt behandelt worden sind. In der Laberzeitung wurde dazu von Seiten der Gemeinde jedoch verlautbart, dass beide Projekte verwirklicht werden.

 

Herr Röhrl ging nochmals auf die Renovierung des alten Schulhauses ein. Für ihn ist nicht die offensichtlich bereits beschlossene Renovierung an sich der Stein des Anstoßes, sondern vielmehr die Tatsache, dass bisher nicht bekannt ist, welcher Nutzung dieses Gebäude nach seiner Renovierung zugeführt werden soll und wer aus der Bürgerschaft demzufolge einen Vorteil davon haben wird.  Er betrachtete dieses Thema  vor dem Hintergrund der erheblichen Kosten, welche trotz der öffentlichen Fördergelder die dafür zu erwarten sind, auf die Marktgemeinde zukommen werden. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die wünschenswerte Einrichtung eines Hauses der Begegnung für alle Bevölkerungsteile der Gemeinde, welches tatsächlich ein Punkt der Zukunftskonferenz war. Auch hier wurde der Bürgerinitiative versichert, dass man in dieser Sache bereits aktiv sei und auch andere Gebäude als die Brauerei mit in Betracht ziehe.

 

Abschließend formuliert Herr Schmauser seine Hauptbitte an den Bürgermeister, den Bürgern reinen Wein einzuschenken und ehrlich aufzuzeigen, was geht und auch was nicht geht. Vielleicht gelingt es Schierling doch noch, sich den seit Jahren gehegten Wunsch zu erfüllen, etwas zu schaffen, was es in Regensburg, Landshut und in Straubing bislang nicht gibt.

 

So herzlich wie man begrüßt worden ist, wurde man auch wieder verabschiedet und die Teilnehmer an der Besprechung, aus dem Kreis der Bürgerinitative „Bürger für ein l(i)ebenswertes Schierling“, hatten das Gefühl, konstruktiv an einem Entwicklungsprozess mitwirken zu können. Herr Krzywania bekräftigte diesen Eindruck mit seinem Angebot an Herrn Bürgermeister Kiendl, dass sich die Bürgerinitiative, so es gewünscht werde, gerne auch weiterhin und direkt in diesen Entwicklungsprozess der Gemeinde einbringen wolle.

 

 

 

 

 

 

 

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